Diet Cig und “Do You Wonder About Me”: Alles kann, nix muss
21.05.2020 | Jan-Severin Irsch

Jeder Song ist gut, doch klingen sie alle viel zu ähnlich, betrachtet man das Album als Gesamtwerk. Kleine musikalische Finessen wie Chor-Elemente in dem Song “Broken Body” oder die punkige Attitüde in “Flash Flood” stechen hervor und werten das Album durchaus auf, dochg wenn man sich über eine stärker verzerrte Gitarre freut und sie gefühlt nur in einem Song vorkommt, ist die Ausbeute an abwechslungsreichen Hörvergnügen dann doch eher mau.
Der Song “Night Terrors Reprise” wagt zumindest etwas mehr. So wird die schöne Stimme der Sängerin mit elektronischen Klängen und einer leichten Zerre versehen. Das hebt den Song von seinen neun Kollegen ab und beschert ein überraschendes, aber schönes Ende zu dem Album. Interessant ist, dass der Vorgänger - also “Night Terrors” - sich leider in die Monotonie des Albums einreiht und beide Stücke trotz fast gleicher Namensgebung kaum gleiche Elemente aufweisen.
Jeder Song kann gefühlt als Intro-Song für eine Teenie-Serien auf Nickeloden verwendet werden, oder als choreographierte Rocknummer in einem High-School-Musical-Film Einzug halten.
Die Texte sind geprägt von Herzschmerz, Hoffnung und Humor, die Kompositionen erinnern ein wenig an emanzipierte Charaktere in amerikanischen High-School-Filmen. Die Musik der New Yorker Band dient auch nach mehrmaligem Hören leider nur als Hintergrundmusik. Trotz wirklich tollem Gesang sind die Kompositionen doch leider sehr gleich. Immerhin: Man weiß was man bekommt, muss sich allerdings auch nicht wirklich anstrengen, um zu Begreifen, in welche Richtung das Album nach den ersten zwei Tracks geht.
Wertung
Schöne Hintergrundmusik zum Autofahren und doch eine Band mit Potential. Ein wenig mehr Verzerrung auf die Gitarren, ein stärker forderndes Schlagzeug, ein paar rockigere, dreckigere Elemente und schon wäre es ein noch besseres Album. Wünschenswert wäre es, denn die musikalischen Fähigkeiten von Sängerin und Schlagzeuger sind definitiv vorhanden.
Wertung
Das neue Album von Diet Cig bietet eine interessante Mischung aus Indie, Pop, Rock und Einflüssen aus dem Punk. Die hohe Stimme der Sängerin bietet einen schönen Kontrast zu den eher tiefen Akkorden der Gitarre. Allerdings sind sich viele Lieder sehr ähnlich. Für mich eher etwas zum im Hintergrund laufen lassen, als zum aufmerksamen Zuhören, da es sonst schnell langweilig werden könnte.

Jan-Severin Irsch
Jan-Severin macht seit er denken kann Musik. Durch verschiedene Chöre, Bands und Lehrer ist er mittlerweile Lehramtsstudent für Musik mit Hauptfach Gesang, ist Sänger seiner eigenen Alternative/Punkrock-Band und Teil eines Barbershop-Chores in Köln. Von Klassik bis Jazz, von Chor- bis Punkrockmusik hört und spielt er alles gern. Ohne Musik geht nicht.