Tusky und „Love Love Love“: “Fuck it, the world could use a bit of punk rock love.”
21.05.2019 | Jan-Severin Irsch

Von fünf Songs handeln Vier von der Liebe und einer vom Hass, denn “[…] there’s no good without evil, we wrote a song about that too.” Die Band, die zum Teil aus ehemaligen Mitgliedern von John Coffey besteht, versteht ihr Handwerk, wie deutlich zu hören ist. Angefangen mit den Song „Jawbreaker“ könnte natürlich live genau das im Titel benannte Szenario passieren, vor allem mit den Anfangsworten „Ain’t got your jawbreaker, but I do wanna eat you alive“. Dieser Song ist wohl eher dem Hass näher gelegt. Jedoch muss man Tribut an das anspruchsvolle Gitarrenriff zu Beginn des Songs zollen. Hinzu kommen gut getimte Breaks (des Schlagzeugs, nicht des Kiefers), gute Growls, ein einfach mitzusingender Refrain und spannungsaufbauende Passagen und fertig ist der Aufreißer des Stücks. Wie bei einer guten Rede sitzen Anfang und Ende des Stücks perfekt.
Mit ihrem Song „Faint Of Heart“ machen die Jungs einen Ausflug nach Indien und lassen ein episches Intro auf einer Sitar erklingen. Durch die indisch angehauchte Melodie in Intro, Refrain und Outro vermischen sie westliche Punkrockmusik mit der Musik Indiens. Beim Titeltrack „Love Love Love“ der EP nimmt das niederländische Quartett es schließlich zu 100% mit dem Thema Liebe auf. Zwar immer noch hart, ist es doch das „sanfteste“ Stück der Platte. Durch den Gebrauch der Kopfstimme und harmonische Gesänge zeigen sie hier, wie vielseitig Liebe sein kann. Der Song erinnert zum Teil an American College Rock und dann wieder an powergeladenen Punkrock. Eben vielseitig. Und sehr schön anzuhören.
Wertung
Zu Recht sind Tusky auf den niederländischen Punkrockfestivals Jera On Air, Eurosonic und vielen mehr angesehen Gäste. Ihre EP lässt vermuten, welch rohe Energie und Liebe dieses Quartett auch live auszustrahlen vermag. Schließlich sind es doch Punks und Rocker, die in den Moshpits aufeinander aufpassen und sich, ähnlich wie die EP es zeigt, in roher Form ihre Liebe zueinander ausdrücken.

Jan-Severin Irsch
Jan-Severin macht seit er denken kann Musik. Durch verschiedene Chöre, Bands und Lehrer ist er mittlerweile Lehramtsstudent für Musik mit Hauptfach Gesang, ist Sänger seiner eigenen Alternative/Punkrock-Band und Teil eines Barbershop-Chores in Köln. Von Klassik bis Jazz, von Chor- bis Punkrockmusik hört und spielt er alles gern. Ohne Musik geht nicht.