Bericht: popNRW Preis 2016
27.08.2016 | Jakob Uhlig

Zu Beginn der Zeremonie betritt Moderatorin Anja Backhaus die Bühne und erzählt von den Visionen von popNRW: Man wolle die Musik junger Künstler fördern, die das Potential haben, der nächste große Act zu werden, und eben kein Echo sein, der nur die erfolgreichsten Bands des Jahres prämiert. Gestartet wird mit der Kategorie „Newcomer“: Ein Film zeigt, für welche drei Künstler sich die Jury am meisten begeistern konnte. Darunter sind die Psychedelic-Rocker Blackberries, die junge Art-Pop-Band Giant Rooks und die Folksängerin Suzan Köcher. Anschließend betritt die Musikjournalistin Simone Sohn die Bühne, um die Laudatio für den Gewinner zu halten. Dabei zitiert sie einen Juror-Kollegen, der die Band als „das Beste, was Hamm in den letzten 30 Jahren hervorgebracht hat“, bezeichnete. Spätestens jetzt ist klar: Die noch so jungen Giant Rooks haben sich tatsächlich gegen all ihre Konkurrenten durchsetzen können – eine kleine Sensation des Abends. Bei der anschließenden Performance der Gruppe wird schließlich jedem Zuschauer klar, warum die fünf diesen Preis wirklich verdient haben: Ausgefeilt arrangierte und intensive Songs treffen junge Künstler, die wissen, was sie auf der Bühne tun und sehr zu überzeugen wissen. Es folgt die Kategorie „Outstanding Artist“, in der es um 10.000 Euro geht. Die Top 3 bilden dieses Mal das Electro-Duo Coma, die experimentierfreudigen Grandbrothers und die Indie-Band „The Day“. Die Laudatio hält danach der DJ und Produzent Hans Nieswandt. Zum Abschluss seiner Rede zieht er ein paar Gurken aus seinem Rucksack, ein Symbol für eines der Musikvideos Comas. Unter Applaus betreten die beiden die Bühne, und bitten dann noch ihren Schlagzeuger auf die Bühne, der sie bei der nun folgenden Demonstration ihres Könnens unterstützt. Der Auftritt zeigt beeindruckend, wie innovativ und druckvoll moderne Musik heute klingen kann. So fulminant endet die Verleihung des popNRW-Preises im Jahr 2016. Auch wenn es an diesem Abend nur zwei Acts bis ganz nach oben geschafft haben, enttäuschte Gesichter sieht man eigentlich nirgends. Denn letztendlich sind sie doch alle Musiker, die lieben was sie tun, ganz egal was dabei herausspringt.

Jakob Uhlig
Jakob kommt aus dem hohen Norden und studiert zur Zeit historische Musikwissenschaft. Bei Album der Woche ist er, neben seiner Tätigkeit als Schreiberling, auch für die Qualitätskontrolle zuständig. Musikalisch liebt er alles von Wiener Klassik bis Deathcore, seine musikalische Heimat wird aber immer die Rockmusik in all ihren Facetten bleiben.