„Who the Fuck is Muff Potter?“ fragen die T-Shirts, die im Bundle mit „Bei aller Liebe“ verkauft werden. Das Album zeigt: Eine Antwort darauf hat wohl die Band selbst nicht. Aber braucht sie die überhaupt?
„Wenn auch nur ein weiteres Album mit der Covid-Tristesse der letzten zwei Jahre angeteasert wird, dann müsste man doch mangels Einfallsreichtum glatt einen Verriss verfassen.“ Wem sich dieser aggressive, anmaßend erscheinende Gedanke aufdrängt, dem kann beruhigt entgegnet werden: „In The Wild“ rechtfertigt auch solcherlei Fauxpas.
Es gibt sie noch, die Bands, die sich am Pop-Punk versuchen. Und das ohne die Altbekannten zu kopieren. Me on Monday bedienen mit „Far From Over“ ein Genre, das eigentlich schon vor Jahren durchgespielt wurde.
Während "Gewinner" im Jahr 2020 durch die Bank weg gefiel, bringt "Durak" leider nur wenige der richtig großen Highlights zustande. Zum Ende hin scheinen "Drei Meter Feldweg" sogar ein wenig die Ideen auszugehen. Doch ein altes Sprichwort sagt: "Es ist nicht alles schlecht, was einen verwirrenden Namen hat." Oder so ähnlich.
Pianos Become the Teeth aus Baltimore haben ihre Wurzeln lang hinter sich gelassen und gehen nun fast komplett in das Genre des Post-Rocks über. Fans der ersten Tage mag das sauer aufstoßen, jedoch kann niemand leugnen, dass es der Band liegt. Anders lässt sich nämlich nicht erklären, warum "Drift" so unfassbar gut ist!
2002 brechen God Is An Astronaut mit ihrem Debütalbum auf die Post-Rock-Bildfläche. 20 Jahre später können sie sich zwar scheinbar nicht mehr an dessen Titel erinnern, die Noten scheinen aber in Fleisch und Blut übergegangen zu sein.
Zwei Jahre nach ihrem Debutalbum „The Theory Of Absolutely Nothing“ beweist die australische Folk-Pop-Sängerin Alex the Astronaut erneut ihr Gespür für schwierige Themen und das Verpacken von mentaler (Un-)gesundheit in Musik, die aus der Masse an Feel Good Pop heraussticht.
Das mainstreamtrainierte Ohr dankt es jeder Band, jedem Künstler und jeder Künstlerin, wenn sie Mut zum Ausbrechen zeigen. Stella Donnelly gehört auf jeden Fall dazu. Eine tolle Frau mit einer unheimlich schönen Stimme. Jedes Intervall perfekt getroffen, mit einer Leichtigkeit, die man nur selten findet.
Russian Circles aus Chicago vermögen es auch auf Album Nummer acht immer noch hervorragend aus drei Instrumenten eine starke Atmosphäre zu kreieren. Auch wenn sie manchmal zunehmend um sich selbst kreist.
Und Schwups hat man einen Deal bei Aggressive Punk Produktionen. So ist es der Regensburger Band Parkpunk ergangen, welche kurz vor dem Release ihres Debüts "Arbeitenix" stehen und schon jetzt mit den ganz Großen des Genres in einem Label spielen. Und dann ist das Album auch noch großartig. Wie surreal kann eine Geschichte sein?